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genussMOMENTE
schon beim Backen den ersten Löffel Schokoladenteig ab, ein
Ritual, das mindestens so unvergesslich ist wie der fertige Ku-
chen.
KÄSEKUCHEN UND OBSTKUCHEN –
CREMIG ODER SAFTIG
Neben Schokolade waren es vor allem Käse- und Obstkuchen,
die in Omas Repertoire unverzichtbar waren. Käsekuchen, mal
mit Mürbeteig, mal ohne Boden, war ein echter Dauerbrenner. Er
konnte schlicht und cremig sein oder mit Rosinen oder Zitrus-
früchten verfeinert. Jede Familie hatte ihre eigene Variante. Obst-
kuchen wiederum brachten die Jahreszeiten auf den Tisch: im
Frühling Rhabarber, im Sommer saftige Kirschen oder Beeren,
im Herbst Pflaumen oder Birnen. Auf einem lockeren Hefebo-
den, garniert mit Streuseln, wurden sie zu Lieblingen der ganzen Versunkener
Familie. Diese Kuchen waren saisonale Höhepunkte und gleich-
Apfelkuchen
zeitig ein Ausdruck von Regionalität und Tradition.
NUSSIG UND AROMATISCH –
STRIEZEL, NUSSECKEN & CO. Zutaten (für eine Springform Ø 26 cm)
Im Herbst und Winter durften Rezepte mit Nüssen nicht fehlen. • 125 g Butter
Sündhaft süß Der Duft von gerösteten Walnüssen, Haselnüssen oder Mandeln • 150 g Zucker
• 1 Päckchen Vanillezucker
erfüllte die Küche und kündigte gemütliche Nachmittage an.
• 3 Eier
Nussecken waren knusprig, süß und ein idealer Vorratskuchen,
der mehrere Tage frisch blieb. Ein Hefestriezel mit Mandeln oder • 200 g Mehl
• 2 TL Backpulver
Rosinen gehörte zu Weihnachten fast selbstverständlich dazu, • 2 – 3 EL Milch
Die besten Klassiker aus Omas Backbuch oft kunstvoll geflochten und mit Zucker bestäubt. Diese Back- • 4 – 5 Äpfel (z.B. Boskop oder Elstar)
werke waren nicht nur Genuss, sondern auch Ausdruck von • 1 TL Zitronensaft
• 1 TL Zimt
Sorgfalt und Handwerk, jedes Stück ein kleines Kunstwerk, das
B eim bloßen Gedanken daran steigt einem schon APFELKUCHEN UND STRUDEL – lange in Erinnerung blieb. • Puderzucker zum Bestäuben
FRUCHTIGE EVERGREENS
der Duft in die Nase: frisch gebackener Apfel-
kuchen, zart schmelzende Schokolade oder ein
1. Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Besondere Anlässe verlangten nach besonderen Kreationen.
Stück Käsekuchen, das auf der Zunge cremig zerfließt. Kaum ein Rezept steht so sehr für Omas Backkünste wie FESTLICHE KLASSIKER – TORTEN MIT TRADITION Zubereitung
der Apfelkuchen. Ob gedeckt, mit knusprigen Streuseln
Und sofort sind die Erinnerungen da: Wie man als Kind oder als feiner Strudel, Äpfel waren immer da und wurden Die Schwarzwälder Kirschtorte, reichlich gefüllt mit Sahne, Kir- Eine Springform einfetten oder mit Backpapier auslegen.
ungeduldig auf dem Küchenhocker saß, die Nase über die vielseitig verarbeitet. Der Duft von Zimt und frischem Teig schen und einem Schuss Kirschwasser, war fast schon ein Ri- 2. Butter, Zucker und Vanillezucker cremig rühren. Eier
Teigschüssel hielt und heimlich mit dem Finger über den weckt sofort Erinnerungen an den Sonntagskaffee, an tual auf Hochzeiten oder runden Geburtstagen. Der Frankfurter einzeln unterrühren, bis eine helle, luftige Masse
entsteht.
Löffel strich. Omas Backbuch ist ein wahres Schatzkäst- Herbsttage, an Familienfeste. Besonders beliebt war der Kranz, mit Buttercreme, Marmelade und Krokant, wirkte wie eine 3. Mehl und Backpulver mischen, die luftige Masse
chen, gefüllt mit handgeschriebenen Rezepten, sorgfältig Apfelstrudel, dünn ausgewalzt und kunstvoll gefüllt, oft Krönung auf der Kaffeetafel. Und der Bienenstich mit karamelli- abwechselnd mit der Milch unterrühren, bis ein glatter
auf mittlerweile vergilbten Seiten notiert, manchmal er- warm serviert mit Vanillesoße. Apfelkuchen ist mehr als ein sierter Mandeldecke, gefüllt mit Pudding oder Sahne, verband Teig entsteht.
gänzt mit kleinen Randnotizen oder geheimen Tricks, die Kuchen. Er ist ein Stück Alltagskultur, das in fast jedem knusprigen Biss mit cremiger Fülle. Diese Torten sind Symbole 4. Teig in die Springform füllen und glatt streichen.
nur sie kannte. Die darin enthaltenen Kuchen-Klassiker Backbuch einen festen Platz hatte. für Feierlichkeit und Zusammenhalt, die ohne Worte zeigten: 5. Äpfel schälen, vierteln, entkernen und die Oberseiten
sind nicht nur süß, sie sind ein Stück Heimat und Gebor- Heute ist ein besonderer Tag. ■ der Viertel mehrfach fächerartig einschneiden. Mit
genheit. Sie sind Erinnerungen an Sonntagnachmittage, SCHOKOTRÄUME – VOM MARMORKUCHEN Zitronensaft beträufeln und leicht mit Zimt bestäuben.
den Kaffeetisch und fröhliches Lachen, Rezepte, die Ge- BIS ZUR SACHERTORTE 6. Die Apfelviertel mit der Schnittseite nach oben
nerationen überdauern und auch heutzutage beliebt sind. Schokolade war schon immer ein Stück Luxus im Alltag gleichmäßig in den Teig drücken – sie „versinken“ beim
Auch heute, in Zeiten von Food-Trends und schnellen Re- und genau das spiegelt sich in Omas Rezepten wider. Der Backen leicht.
zepten, haben diese Backwerke ihren festen Platz. Sie Marmorkuchen gehört zu den absoluten Klassikern: 7. Im vorgeheizten Ofen ca. 35–40 Minuten goldbraun
backen (Stäbchenprobe!).
sind zeitlos, weil sie mehr bieten als Geschmack: Sie schnell gemacht, saftig und mit seinem hell-dunklen Mus- 8. Abkühlen lassen, mit Puderzucker bestäuben und
schenken ein Gefühl von Stabilität und zeigen, dass wahre ter ein Hingucker auf jeder Kaffeetafel. Für festlichere An- servieren.
Klassiker niemals aus der Mode kommen. „Sündhaft süß“ lässe durfte es opulenter sein: eine Schokoladentorte mit
bedeutet deshalb nicht nur, Kuchen zu essen, sondern ein glänzender Glasur oder die berühmte Sachertorte, gefüllt Tipp: Besonders saftig wird der Kuchen, wenn man die
Stück Geschichte weiterzutragen, Bissen für Bissen, Seite mit Aprikosenmarmelade und umhüllt von dunklem Scho- Äpfel vor dem Backen kurz in etwas Butter und Zucker
für Seite aus Omas Backbuch. koladenguss. Wer in Omas Küche naschte, bekam oft karamellisieren lässt.
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